2021 PfiLa GPS Tour #3

Südafrika – Woodbadge

Aufgrund der explosiven Situation in Südafrika wurde Baden-Powell mit seinem Regiment, den 13. Husaren, dorthin versetzt. Er war auch hier durch sein in Indien verfasstes Buch Nachrichtendienst und Kundschafterwesen bereits eine Berühmtheit. Sein erster Auftrag war, als Reporter verkleidet, die Drakensberge, eine schier unüberwindbare natürliche Grenze zu den Burenstaaten, zu erkunden. Er besuchte Zulu und Buren in ihren Siedlungen und kehrte mit hervorragenden Karten und der Hoffnung auf eine friedliche Lösung zurück. Hier erhielt Baden-Powell auch von den Matabele seinen Spitznamen: Impeesa (Der Wolf, der nie schläft; in anderer Übersetzung: Nachts herumstreichende Hyäne).

1885 wurde er, da sich die Lage beruhigt hatte, zusammen mit seinem Regiment nach England versetzt, doch las man bald wieder beunruhigende Nachrichten über Südafrika. Der Zulukönig Dinuzulu sammelte in einem Geheimbund, der inzwischen circa 16.000 Zulu umfasste, immer mehr Leute und führte sie in einen Zweifrontenkrieg gegen Briten und Buren. Da Briten und Buren die Zulu abwehren mussten, hatten Goldgräber und Sklavenhändler freie Hand. Dies versetzte die Region noch weiter in Unruhe. Auf britischer Seite kämpften auch 2.000 Zulu mit; diese hatten den Schotten John Dunn zu ihrem Häuptling gewählt.
Aufgrund seiner guten Ortskenntnisse und, wie damals vor allem Neider behaupteten, vielleicht auch, weil sein Onkel Oberbefehlshaber war, wurde Baden- Powell als Adjutant im Range eines Hauptmanns wieder nach Afrika versetzt. Dort forderte er als erstes, nach einem erschütternden Erlebnis, mit Erfolg die Ausbildung von Soldaten in Erster Hilfe.

Baden-Powell stellte sich gegen eine militärische Lösung, die ein Blutbad bedeutet hätte und machte sich sofort auf die Suche nach Dinuzulu, den er in seinem Versteck fand und den er dann zusammen mit nur einem Gefährten daraus vertrieb. Er nahm einen der Anführer des Aufstandes, einen Medizinmann namens Uwini, gefangen, der
glaubte, aufgrund der Einwirkung eines Gottes unsterblich zu sein und alle Weißen töten zu müssen.

Medizinmann Uwini

Als Zeichen seiner Anerkennung für eine unblutige Befriedung der Zulukrieger übergab ihm der Zulukönig seine Insignien der Macht: seine Holzkette. Bei dieser Holzkette handelte es sich um einen Halsschmuck, der die Göttlichkeit des Königs und somit die natürliche Macht bei den Zulus darstellte. Diese Insignien hoben den König über das restliche Volk hinaus. Es war somit von enormer symbolischer Relevanz, dass diese Herrscherinsigne vom Zulukönig an den britischen Kolonialoffizier überging.

Sir Robert Baden-Powell
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