Messer Empfehlung

 

Früher oder später kauft sich jeder Pfadfinder / jede Pfadfinderin ein Messer. Insbesondere in der Wölflingsstufe stellt sich darum die Frage: Welches Messer soll ich für mich / welches Messer soll ich für meinen Sohn / Tochter kaufen?

Wie sollte euer Messer sinnvollerweise aussehen:

  • scharf
    (mit stumpfen Messern verletzt man sich leichter und wesentlich schlimmer)
  • feststehend oder arretierbar
  • die Klinge kürzer als 12 cm
    (in Deutschland sind Messer über 12 cm  verboten (Führungsverbot))

Ich persönlich empfehle folgende Messer:

Gerber Survival – Bear Grylls Messer ‚Paracord Knife‘
Vorteile: sehr stabil, glatte Klinge, leicht, sichere Kydex-Scheide, billig

Victorinox Taschenwerkzeug ‚Outrider‘
Vorteile: Taschenmesser, glatte (arretierbare) Klinge, Säge, Schere
Nachteil: Taschenmesser (weniger Stabil), teurer

Ich finde, dass ein gutes Taschenmesser eine Schere und eine Säge beinhalten sollte. Darum habe ich mich für das Victorinox Outrider entschieden. Mit dieser Säge habe ich auch schon kleine Bäume (Haselnuss, Buche, Eiche) gefällt. Ohne Schere gibt es das Victorinox ‚Rucksack‘.

Auf keinen Fall kann ich ein Messer ohne Arretierung empfehlen.

Messer mit serrated blade (ganz oder teilweiser Wellenschliff) sind für uns Pfadfinder unnütz. Das Einsatzgebiet einer gezackten Klinge ist das Schneiden von Seilen und das Töten/Verletzen. Pfadfinder brauchen ein Messer zum Schneiden und Schnitzen. Darum bietet sich eine glatte Klinge an.

Die Frage des Schliffs ist eine Geschmacksfrage.

 

Der Klassiker Opinel. Ja, die Messer kann man superscharf schleifen. Viele haben so ein Messer schon seit Jahren. Einige unserer Wölflinge haben Probleme die Klinge selbstständig zu arretieren oder wieder zu lösen. Die Arretierung kann sich losrappeln. Die Klinge ist dünn und wenig stabil. Ich bin davon nicht überzeugt.

Als echte Alternative zum Opinel: Das Mercator Messer von Otter.
Ein seit über 100 Jahren in Deutschland gefertigtes Messer, das einfacher und besser nicht sein kann. Reduziert auf das Allernötigste. Es ist mein neues EDC (every day carry – immer-dabei-Messer) und passt sowohl in die Jeans, als auch in die Anzugtasche. Für alle typischen Messeraufgaben ist es geeignet, es ist sehr leicht, preiswert und es besitzt eine Messer-Arretierung.
Ursprünglich als Kaiser-Wilhelm-Messer bekannt, erlangte es nach dem zweiten Weltkrieg Kultstatus als Black Cat Knife, weil es von den amerikanischen GI, als Souvenier, bzw. Trophäe mit nach Amerika gebracht wurde.
Für schwere Arbeiten empfehle ich jedoch das Bear-Grylls Paracord Knife.

Geheimtipp Morakniv. Ja, das Mora Companion ist toll. Die Scheide jedoch ist miserabel und das Messer kann leicht aus der Scheide fallen. Ich habe drei davon und habe mich aus Sicherheitsgründen auf die Suche nach einer Alternative gemacht. So bin ich dann zum Bear Grylls Paracord Knife gekommen.
Update: Mit einem Heißluftgerät (ca. 350°C) kann man die Scheide leicht erwärmen und etwas zusammendrücken (Handschuhe verwenden), dadurch fällt das Messer nicht mehr so leicht heraus. Es ist schwer die Scheide richtig zu formen, schnell sitzt das Messer so fest drin, dass es kaum noch rauszukriegen ist. Ich bleibe bei meinem Bear-Grylls Paracord Knife.

Geheimtipp Hultafors. Das Vielzweck-Messer Hultafors HU100 ist mir gerade erst in die Hand gefallen. Hultafors ist bekannt für gute Äxte und führt nun auch preiswerte Messer im Programm. Die Klinge ist mit dem Morakniv vergleichbar, etwas weniger poliert vielleicht. Der Griff ist rutschsicher und hat einen ausgeprägteren Fingerschutz. Die Scheide ist, zumindest im Lieferzustand wesentlich sicherer als beim Morakniv. Wenn die Scheide sich bewährt, hat das Hultafors HU100, auch aufgrund seines sensationellen Preises von unter zehn Euro, gute Chancen zur Empfehlung für Wölflinge zu werden.
Ich berichte später darüber.

 

Das beste Schnitzmesser (ein reines Werkzeug, nicht zum Tragen am Gürtel gedacht)
ist meines Erachtens das Morakniv Frost Schnitzmesser Nr. 120.

 

Die Meisten Messer sind für einen ganz bestimmten Zweck gebaut. Daher hat man im Laufe der Zeit eine ganze Reihe Messer. Schön ist es, wenn man ein gutes Messer für viele Anwendungszwecke hat. Daran habe ich mich in meiner Empfehlung orientiert.

Letztendlich liegt die Wahl bei euch!   : ) :

Allzeit gut Pfad!
Bernd

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