Schlafsack Empfehlung

Welchen Schlafsack brauche ich. Die Frage ist sehr schwer. Es gibt Kunstfaser-Schlafsäcke und Daunen-Schlafsäcke. Beide haben Vor- und Nachteile. Für uns Pfadfinder sind regelmäßig die Kunstfaser-Schlafsäcke die sinnvolleren.

Daunenschlafsäcke sind warm, leicht und haben ein geringes Packmaß. Sie sind meist teurer. Wenn sie nass werden wärmen sie weniger gut und sie bedürfen täglicher Pflege (Lüftung), was bei Pfadfindern gerne vernachlässigt wird.

Kunststoff-Schlafsäcke sind weniger warm, etwas schwerer und haben bei vergleichbarer Wärmeleistung (mit einem Daunen-Schlafsack) ein größeres Packmaß. Sie wärmen auch im nassen Zustand noch (besser als Daunen-Schlafsäcke) und sind Pflegeleichter.

Darum rate ich Pfadfindern eher zu Kunstfaser-Schlafsäcken.

Wie warm muss der Schlafsack sein? Dafür werden für alle Schlafsäcke entsprechende Werte angegeben:

  • Komforttemperatur T comf: Dieser Wert wird für eine “Standard-Frau” errechnet, die gerade noch nicht friert.
  • Grenztemperatur T lim: Dieser Wert wird für einen “Standard-Mann” berechnet, der gerade noch nicht friert.
  • Extremtemperatur T ext: Dieser Wert wird für eine “Standard-Frau” unter starker Kältebelastung berechnet. Hier besteht erhöhtes Risiko der Unterkühlung.

Nach meiner Erfahrung sollte man sich am Komfortwert T comf orientieren und großzügig damit umgehen. Ich würde eher 5°C draufrechnen, weil ich sonst doch friere.

Ein Schlafsack für ein Pfingstlager sollte für eine Komforttemperatur von 0°C gedacht sein. Denn um Pfingsten herum kann es nachts durchaus auch mal bis zu 2-3°C kalt werden. Im Pfingstlager 2016 hatten wir es so kalt. Fast alle Kinder haben furchtbar gefroren.

Ein Schlafsack für ein Sommerlager sollte für eine Komforttemperatur von 10°C gedacht sein. Auch wenn es tagsüber 20-30°C warm wird, kann die Temperatur nachts bis zu 10°C abfallen.

Ein Zimmerschlafsack sollte  eine Komforttemperatur von 5-15°C aufweisen.

Da ist natürlich ein großer Beurteilungsspielraum, der von eurem eigenen Empfinden / von dem Empfinden eurer Kinder abhängt. Wir sollten nur kurz drüber gesprochen haben.

Wichtig ist, dass insbesondere billige Schlafsäcke mit ihren Werten protzen, sprich die angegebenen Werte eher zu niedrig sind (sie behaupten wärmer zu sein und bei niedrigeren Temperaturen komfortabler zu sein, als sie es tatsächlich sind). Nicht dass ich Schlafsäcke aus dem Lebensmitteldiscounter generell ablehne. Sie sind eine billige Alternative. Man sollte nur gucken, ob sie für die erwarteten Temperaturen tatsächlich geeignet sind. Im Zweifelsfall, fragt eure Leiter. Ihr könnt besser umtauschen/zurückbringen, als euch/euren Kindern den Spaß am Zelten zu verderben.

Wir (BuFs) sind inzwischen bei einer Kombination gelandet, die auch bei der Bundeswehr eingesetzt wird. Ein leichter Sommerschlafsack (mit Mückennetz) und ein 3-Jahreszeiten-Schlafsack für niedrige Temperaturen. Beide können bei Bedarf kombiniert werden, sodass dann sogar winterliche Außentemperaturen überstanden werden können. Zur Übernachtung bei Freunden (Zimmertemperatur) schläft Frauke gerne im Defence 4, mir reicht der Tropenschlafsack. Im Pfingstlager greifen wir beide schon mal zum Defence 4; 2017 war es so warm, dass wir den Tropenschlafsack mit einem Hüttenschlafsack (Baumwolle) kombiniert haben.

Carinthia Tropen (leichter Sommer-Schlafsack, Komfortbereich +5°C)
Carinthia Defence 4 (3-Jahreszeiten-Schlafsack, Komfortbereich -15°C)

Bei der Bundeswehr wird diese Schlafsackkombination mit einem Biwaksack kombiniert.
Mit etwas Glück kann man bei ebay die komplette Kombination für 150,- EUR bekommen. (Die Beschreibung könnte so aussehen: original Bundeswehr KSK Schlafsack 5 teilig neuwertig minus 30°)

Letztendlich liegt die Wahl bei euch!   : ) :

Allzeit gut Pfad!
Bernd

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