Rucksack Empfehlungen

Welcher Rucksack ist der Richtige?

Darauf gibt es keine verbindliche oder einfache Antwort. Ihr müsst in ein Fachgeschäft gehen. In unserer Nähe kenne ich Albatros, in Essen, Hindenburgstraße 57, dort gibt es eine sehr gute Beratung. In Essen gibt es noch Insider Outdoor, Rüttenscheider Straße 192. Fragt (insbesondere in Essen) nach Rabatten für Pfadfinder! In Köln gibt es einen Globetrotter Store, Richmodstraße 10; mit der Beratung waren wir jedoch mehrfach sehr unzufrieden. Online bestelle ich gerne bei Globetrotter und die vorhandene Auswahl im Store ist ziemlich umfangreich.

Ihr müsst den Rucksack Probetragen, mit Gewicht; (das geht nur im Fachgeschäft); und das Probetragen darf ruhig auch 30 – 60 (!) Minuten dauern. Nach fünf Minuten spürt man das Gewicht noch nicht. Jeder Rücken ist anders!

Ein Rucksack muss bequem sitzen. Er muss genug Ladekapazität (Volumen, in Liter angegeben) besitzen und für das erwartete Gewicht ausgelegt sein. Also muss man erst wissen, welches Abenteuer man plant.

Für eine 2-3 tägige Wanderung reicht in der Regel ein 40-50 Liter Rucksack, z.B. ein Kestrel 48 (Osprey hat ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und achtet sowohl auf Gewicht, als auch Qualität)

Für einen mehrtägigen Hike braucht man unter Umständen bis zu 70/80 Liter Volumen im Rucksack, weil man noch Ausrüstung und Verpflegung transportieren muss.

Für unsere Wanderungen (Jakobsweg, E5 Oberstdorf-Meran) hatte ich einen Xenith 75, um notfalls Gepäck von meinem Sohn übernehmen zu können. Frauke hatte einen Ariel 65.

Es gibt Rucksackhersteller (z.B. Osprey), die Rucksäcke speziell für Frauen herstellen. Das ist kein Quatsch. Frauke ist superglücklich mit ihrem Rucksack, seit sie einen speziellen Frauen-Rucksack hat.

Die Auswahl an guten Kinderrucksäcken ist überschaubar.
Unser Sohn war (mit 9 Jahren, < 150 cm) mit diesem sehr zufrieden: Fox 40, Deuter
Jetzt (mit 11 Jahren, > 155 cm), braucht er einen größeren (vom Rücken her) Rucksack. Wir haben ihm einen Kestrel 48 bestellt.

Größere Rucksäcke haben in der Regel auch ein besseres / bequemeres Tragesystem, was naturgemäß zu einem höheren Leergewicht führt.

Ganz gleich wie, man muss den Rucksack auch tragen können. Er darf darum nicht zu schwer werden. Ein Kind kann ungefähr so viel tragen, wie es alt ist, minus 2-4 kg. Sprich: ein sechsjähriger kann gut 2-4 kg, ein achtjähriger 4-6 kg, ein zehnjähriger 6-8 kg tragen. Aber jedes Kind ist anders. Ihr werdet es ausprobieren müssen, Training ist hilfreich, aber es gibt trotz allem Grenzen.

Wenn das Gewicht zu schwer wird, wird die Reichweite geringer. Ein Mann kann gut 14 kg tragen, ab 16-18 kg wird es auf Dauer unangenehm. Eine Frau sollte für sich ca. 2 kg weniger einplanen (das ist kein Machismo, sondern Fürsorge).

Eine Faustregel lautet: maximales Rucksackgewicht = 25% des Körpergewichts

Im Rucksack sollte man Ordnung halten. Hier ein paar Tips zur Gewichtsverteilung.
Kurz zusammengefasst: Bodenfach stramm mit leichten Sachen füllen (z.B. Schlafsack), schwere Sachen nah am Rücken; zum Bergsteigen den Schwerpunkt im Schulterbereich, zum Wandern im Hüftbereich; schwere Sachen mit leichten stabilisieren; an gute Erreichbarkeit denken und (!) Packbeutel verwenden. Wenn der Rucksack optimal gepackt ist, bleibt er frei stehen.

Ein Rucksack ist nie auf Dauer völlig regensicher. Rucksackhüllen halte ich für unsinnig. Früher oder später läuft es im Rückenbereich doch in den Rucksack. Bei Regen bietet sich ein Poncho an, der ist schnell aus- und auch wieder schnell eingepackt. Das Problem mit Regenschutz ist, dass man damit meist mehr unter dem Regenschutz (gilt für jeden Regenschutz, auch für Goretex-Jacken/-Hosen) schwitzt und so abwägen muss, ob es sich lohnt.

Und unter dem Aspekt noch einmal zu den Packbeuteln. Wir haben uns eine ganze Reihe an wasserdichten, ulltraleichten Packbeuteln zugelegt. Die sind sehr teuer, aber nach unserer Erfahrung ihr Geld wert. Wir haben einen großen für Schmutzwäsche, einen kleineren für Saubere Wäsche, einen für elektronisches Gerät, einen für Kleinkram, einen für Lebensmittel und natürlich auch einen für den Hütten-Schlafsack. Die saubere Wäsche haben wir in Wäschenetzen (als Tagespack) sortiert. Wenn man mehrere Tage unterwegs ist, hat man so alles strukturiert Griffbereit. Man merkt schnell, wie anstrengend es sonst werden kann, denn in jeder neuen Unterkunft hat man seinen Rucksack einmal aus und wieder eingepackt; weil man nur dabei hat, was man auch braucht.

Für den Kulturbeutel haben sich Stiefelklammern bewährt! Damit lassen sich Handtücher in Waschräumen und Wäsche zum Trocknen aufhängen.

Wenn man die Farbwahl hat, sollten Rucksäcke (genauso wie ein Regenschutz) gut sichtbar (leuchtende Farben) sein. In dunklen Rucksäcken findet man seinen Kram nicht so gut, auch wenn ich elegantem schwarz Einiges abgewinnen kann. Eine LED-Lampe am Rucksack, zur Sicherung im Straßenverkehr, ist auch eine gute Idee.

Das war jetzt wesentlich mehr, als ich ursprünglich dachte
und sicher noch nicht abschließend.

Letztendlich liegt die Wahl bei euch!   : ) :

Allzeit gut Pfad!
Bernd

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