Schuh Empfehlungen

Da reicht doch ein Turnschuh …

Jein – es kommt darauf an.

Ein guter Turnschuh stützt den Fuß beim Sport. Beim Wandern muss der Schuh zum Körpergewicht zusätzlich das Gepäck stützen. Für ein bis zwei Stunden kann er das auch ganz gut; danach ist ein Turnschuh an seiner Leistungsgrenze; dann kann es gefährlich werden, weil Körper und Schuh ermüdet sind und die Verletzungsgefahr steigt. Dann, nach ein bis zwei Stunden, spürt man in Turnschuhen auch jeden einzelnen Stein und der Weg wird zur Folterstrecke, statt zum Traumpfad.
Darum sind Wanderschuhe schwerer als Turnschuhe. Sie bestehen aus anderem Material, sind fester und geben dem Fuß auch nach mehreren Stunden noch einen sicheren Tritt.

Im Gebirge (z.B. Österreich) verbieten sich Turnschuhe als Wanderschuhe von selbst. Hier braucht man zusätzliche Sicherheit, damit man nicht umknickt. Wanderschuhe müssen über den Knöchel hinausgehen. In den Bergen umzuknicken oder mit dem Knöchel irgendwo anzuschlagen kann der ganzen Gruppe den Hike verhageln.

Gute Schuhe würden wir hier kaufen:

  • Decathlon, Essen, Porscheplatz 2
  • McTrek, Essen, Berthold-Beitz-Boulevard 492
  • Albatros, Essen, Hindenburgstr. 57
  • Oberhösel, Mülheim an der Ruhr, Strassburger Allee 43-47

Schuhe müsst ihr ebenso verpflichtend Probetragen, wie Rucksäcke.

Eigentlich solltet ihr in den oben genannten Läden eine gute Beratung bekommen; ein paar Punkte wollen wir trotzdem vorher erwähnen:

Wanderschuhe müssen mindestens eine, eher zwei Schuhgrößen größer sein, als normale Schuhe, beim Wandern kriegt man dicke Füße und die brauchen einfach Platz. Insbesondere nach vorne braucht ihr mindestens eine Daumenbreite Luft.

Günstige Schuhe (z.B. Decathlon, McTrek) – Warum nicht? Insbesondere für junge Kinder darf man durchaus preisgünstige Schuhe nehmen, denn nach einem Jahr sind die Kinder wieder rausgewachsen und wenige mögen gebrauchte Schuhe tragen.

Krumme Füße – für jeden Fuß gibt es gute Schuhe. Hanwag bietet z.B. eine weite Palette an Sonderleisten an, da ist auch der weit verbreitete Hallux dabei. Das ist bei Kindern eher weniger ein Problem, aber vielleicht sucht hier auch der eine oder andere lebensältere Rat.

Die Vibram-Sohle dürfte so ziemlich der Standard bei Berg-/Wanderschuhen sein, ist aber nicht verpflichtend. Lowa und Meindl z.B. haben nicht unbedingt Vibram-Sohlen, wissen aber trotzdem sehr genau, was sie tun.

Schuhe, die man nicht trägt, werden nicht besser. Ich hatte mehrere Paar Einsatzstiefel (nahezu baugleich mit den zivilen Wanderstiefeln) und nach knapp fünf Jahren konnte ich alle wegwerfen, weil sich das Material zwischen Schuh und Sohle aufgelöst hatte. Bei guten Schuhherstellern kann man die Schuhe neu besohlen lassen, dann sind sie wieder wie neu (kostet 70-90 EUR, was meist nur ein Drittel des Neupreises ist und damit wieder überlegenswert).

Zum Schuh gehört auch eine gute Socke. Dünne Socken sind zum Wandern nicht geeignet. Hier gibt es nicht ohne Grund eine große Auswahl. Wir empfehlen Smartwool Medium Crew Socken, für den ambitionierten Wanderer. Für den Einstieg tun es auch die Wandersocken von Aldi. Mindestens zwei Paar sind sinnvoll, damit eins trocknen kann, während man im zweiten läuft.

Fußhygiene!

Der beste Schuh bringt nix, wenn der Wanderer seinen Fuß nicht liebt. Vor dem Loslaufen sollten die Füße kontrolliert werden, sie sollen sauber und trocken sein. Die Socken sollen sauber und trocken sein, die Schuhe sollen innen Sauber und trocken sein. Auf längeren Strecken empfiehlt es sich die Füße morgens, vor dem Start, und Abends, vor dem Schlafen, zu pflegen (Waschen (Abends) und Eincremen). Hier empfehlen wir Hirschtalg (Fraukes Liebling) oder Panthenolhaltige Fußcreme (mein Liebling). Auf dem Jakobsweg (210 km) hatten wir keine Blasen.

Letztendlich liegt die Wahl bei euch!   : ) :

Allzeit gut Pfad!
Bernd

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