2021 PfiLa GPS Tour #7

Olave Baden-Powell

Im Januar 1912 brach Baden-Powell zu einer Welttournee auf, um sich ein Bild von der aufstrebenden Pfadfinderbewegung in der ganzen Welt zu machen und sich den vielen jungen Pfadfindern zu zeigen. Ein Hintergedanke war dabei auch, sicherzugehen das die von Sir Francis Vane ins Leben gerufene Konkurrenzorganisation „Order of World Scouts“ in Übersee nicht an Boden gewann.

Das entscheidendste für das weitere Leben Baden-Powells war jedoch, dass er schon kurz nachdem er sich am 3. Januar 1912 in Birmingham an Bord der SS Arcadian eingeschifft hatte, auf seine zukünftige Frau, Olave St. Clair Soames traf, die mit ihrem Vater auf einer Reise nach Jamaica war. Olave war – auf den Tag – 22 Jahre jünger als Baden-Powell. Aus Tagebucheinträgen vor allem von Olave geht hervor, dass die beginnende Romanze durchaus auf beiderseitiger Zuneigung beruhte, wobei Olave offen von ihrer Verliebtheit schreibt, während Baden-Powell anfangs das kameradschaftliche hervor streicht.

Baden-Powell reist weiter von den USA über Japan nach Australien und kommt Ende August zurück nach England. Er bricht allerdings sofort wieder auf, um mit seinem Neffen Donald eine zweiwöchige Norwegen Tour zu unternehmen.

Wann und ob in diesem Zeitraum die Verlobung stattfand, lässt sich schwierig nachvollziehen. Es heißt, dass Baden-Powell -der Kriegsheld- plötzlich fürchterliche Angst vor der Ehe hatte.
Am 30. Oktober 1912 heiratete Baden-Powell die 22jährige Olave St. Clair. Die Hochzeit fand heimlich, unter Ausschluss der Öffentlichkeit, statt.

Olave St. Clair

Die erste gemeinsame Reise führte die beiden nach Nordafrika, wo sie meist auf Wanderungen im Atlasgebirge unterwegs waren und die meiste Zeit im Zelt nächtigten.

Genau ein Jahr nach der Hochzeit kam ihr erster Sohn Arthur Robert Peter zur Welt. Die Familie Baden Powell lebte in Kensington, London in einer Wohnung, die ihnen Henrietta Soames, Olaves Mutter, zur Verfügung gestellt hatte. Doch lange hielt es Baden-Powell in der Großstadt nicht aus, und schon bald mietete er ein Haus am Land bei Robertsbridge in East Sussex. In der Zwischenzeit war Baden-Powell zum „Knight of Grace“ des „Order of St. John of Jerusalem“ ernannt worden (1912).

Olave begeisterte sich für die Pfadfinderei und übernahm im Jahre 1916 die Führung der englischen Girl Guides.

Zu dieser Zeit kam BiPi zur Entscheidung, die Jugendlichen in zwei Altersgruppen zu teilen:
1. Gruppe: die Wölfe (Kinder bis zum 11. Lebensjahr)
2. Gruppe: die eigentlichen Pfadfinder (mindestens 12jährig)

Beide Gruppen sollten eine getrennte, ihrem Alter angepasste Ausbildung erhalten. Seit 1919 gibt es eine dritte Altersgruppe, die Rover (vom 19.-21. Lebensjahr).


Das erste Jamboree

Von einem schottischen Landedelmann, dem Gummi-Magnaten W.F. de Bois MacLaren, bekamen die Pfadfinder ein riesiges Stück Land in London, den späteren Gilwell-Park, geschenkt.

Dieser diente als Ausbildungszentrum für Scoutmaster (Pfadfinderleiter). Als Zeichen der bestandenen Leiterausbildung erhielten die neuen Leiter ihr Woodbadge-Abzeichen. Die ersten Holzperlen, die Baden-Powell als Zeichen der absolvierten Ausbildung im Gilwel-Park verlieh, waren Teil einer Holzkette, die vermutlich aus dem Besitz Dinizulus stammte.

1920 veranstaltete BiPi das erste internationale Pfadfindertreffen (Jamboree) in London. In der Olympia Hall kamen 8000 Pfadfinder aus 27 Ländern zusammen. Während des Jamborees wurde Baden-Powell zum «Chief Scout of the World» ausgerufen.

Schon 1922 zählte die Pfadfinderbewegung über eine Million Mitglieder in 32 Ländern.
Die Pfadfinderinnen hatten inzwischen unter der Leitung von Olave Baden-Powell grosse Fortschritte gemacht. Auch sie erhielten zwei internationale Ausbildungszentren entsprechend dem Gilwellpark.
Am dritten Jamboree, 1929, in Birkenhead (England) mit 50’000 Pfadfinder, aus 69 Ländern, wird Robert Baden-Powell zum „Lord of Gilwell“ geadelt, und Olave zur „World Chief Scout“ proklamiert.

Offizielles Poster des ersten Jamboree in London
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